Gepäcktransport im Packraft

Traditionell wird Gepäck quer über den Bug gebunden. Der Transport auf dem Boot funktioniert gut. Geradeauslauf und Wasserlage verbessert es sogar ein wenig. Der Rucksack auf dem Boot hatte sich über viele Jahre zum „Packrafting Symbol“ entwickelt. Alternativ kann Gepäck in größeren Modellen (zum Beispiel Sigma TX, Delta MX, Nomad S1) natürlich auch im Boot transportiert werden (Fußraum, hinter dem Rücken).
 
Trotzdem haben diese Verfahren einige Nachteile:
 
  • beschränkte Kapazität hinsichtlich des Volumens
  • erhöhte Anfälligkeit für Nässe und Wind
  • hoher Schwerpunkt (kippelig)
Diese Probleme löst der Transport im Schlauch selbst. 
Dazu gibt es folgende Systeme: 
 
  1. Packraft Seitentaschen (TubeBag etc.)
  2. Internal Storage System (ISS)
Allen beiden Systemen gemeinsam ist, dass das Volumen der Schläuche hierbei als Stauraum genutzt wird. Das Beladen erfolgt immer vor dem eigentlichen Aufbau des Bootes. 
 
Insgesamt ergeben sich daraus folgende Vorteile:
 
  • Verbessertes Handling (niedriger Schwerpunkt)
  • Erhöhte Transportkapazität (Volumen)
  • Schutz vor Feuchtigkeit und Wind
Während der Fahrt kommt man jedoch nicht an sein Gepäck heran. Die Systeme bedürfen also einer gewissen Planung. Ein Beladen des Bootes wird mehr etwas Zeit in Anspruch nehmen als beim traditionellen Gepäcktransport.
 
Nachfolgend die Systeme im Detail:
 
1. Packraft Seitentaschen (TubeBag etc.) 
 
Seitentaschen bestehen aus zwei zentral positionierten Reißverschlüssen mit direkt angeschlossenen (integrierten) Innentaschen, welche mit Gepäck befüllt werden. Das Gepäckfach ist somit vom Hauptluftschlauch abgetrennt.
Im beladenen Zustand wird das Gepäck durch die inneren Taschen automatisch richtig positioniert und gegen Verrutschen gesichert. Die Konstruktion ist absolut unempfindlich gegenüber Schmutz und Verschleiß. Ein ggf. beschädigter Reißverschluss führt nicht zur Undichtigkeit des Bootes.
 
Packraft Seitentaschen gibt es in zwei Ausführungen:
 
1.1 Anfibio TubeBag 
 
Anfibio TubeBags sind Seitentaschen mit IPX7-wasserdichten Reißverschlüssen. Das Volumen der Taschen beträgt zweimal 70 Liter. Das System hat ein Gesamtgewicht von 400g. 
 
 
Aktuell verfügbare Boote mit Anfibio TubeBag: Anfibio Rebel 2K 
 
1.2 Nortik Seitentaschen
 
Die Seitentaschen von Nortik haben nicht wasserdichte Reißverschlüsse, aber eine Reißverschlussabdeckung, welche vor Nässe von außen schützt. Das System hat ein Volumen von jeweils 50 Litern pro Tasche. Das zusätzliche Gewicht für die Seitentaschen von Nortik beläuft sich auf 450g.
 
Aktuell verfügbare Boote mit Nortik Seitentaschen: Nortik Trekraft Expedition (mit/ohne Verdeck)
 
2. Internal Storage System (ISS, ISS2)
 
Beim Internal Storage System (ISS) wird das Boot mit einem druckdichten Reißverschluss (TiZip Superseal) am Heck des Bootes ausgestattet. Zwei separate, wasserdichte Packsäcken (100x25cm bzw. 130x30cm) werden im Inneren der Seitenschläuche fixiert. Das Gepäck kann aber auch zusätzlich im gesamten weiteren Volumen des Schlauches untergebracht werden, wodurch sich eine sehr hohe Transportkapazität ergibt. Das System bringt 300g zusätzlich auf die Waage. Beim ISS2 (nur MRS Nomad S1) kommen zwei luft- und wasserdichten TiZip Superseal Reißverschlüße zum Einsatz (ISS2), welche links und rechts der zentralen Segmente positioniert sind, ansonsten ist das System/Prinzip identisch.
 

 

Trotz äußerster Robustheit bedarf das System etwas größerer Sorgfalt und Pflege. Der TiZip gilt im Allgemeinen als unempfindlich gegenüber Schmutz. Unnötige Belastung mit Sand sollten dennoch vermieden werden. Einfach vor dem Öffnen kurz abspülen oder abbürsten! Der Reißverschluss muss nach Gebrauch im offenen Zustand gut getrocknet werden. Er darf keinesfalls länger als 48h nass zusammen gepackt bleiben. Andernfalls kann es zu Schimmelbefall kommen, welcher die Beschichtung des Reißverschlusses angreift und Undichtigkeit verursachen kann. *

Weitere Informationen zum Reißverschluß sind im Datenblatt von TiZip zu finden. 
 

 

Aktuell verfügbare Boote mit ISS: MRS Microraft, MRS Alligator 2S (Pro), MRS Adventure X2, MRS Barracuda R2 (Pro), mit ISS2: MRS Nomad S1 (ISS2),  nur TiZip ohne Packsäcke: Kokopelli Rogue und Twain*.


Fazit
 
Gepäck ist eines der zentralen Themen beim Reisen, beim Packraften ist das keine Ausnahme. Die vielfältigen Varianten des Gepäcktransport eröffnen dabei neue Möglichkeiten der Tourengestaltung, gerade für mehrtägige Reisen. Egal für was man sich entscheidet, alle Systeme haben dabei ihre Berechtigung. 
 
 
Nach sehr langem Gebrauch kann auch ein Austausch des Reißverschlusses als Werkstattleistung erfolgen. Auch eine Nachrüstung (nachträgliche Installation) des Gepäck-Reißverschlusses) ist möglich.

 

 


Klassischer Transport auf Bug und/oder Heck

Traditionelle Art der Gepäckverstauung im Boot

Transport im Schlauch (hier Anfibio TubeBag)

Gepäcktransport im Schlauch (hier ISS)

Seitentaschen bestehen aus zwei Gepäckfächern

 

Aufbau/Prinzip von Seitentaschen

Anfibio TubeBag beim Be-/Entladen

Wasserdichter Reißverschluss beim Anfibio TubeBag

Internal Storage System (ISS2)

Geöffneter Reißverschluss am ISS

Geschlossener Reißverschluss beim ISS2

Gepäckreißverschluss im Heck beim ISS

Wasserdichte, leichte Packsäcke beim ISS

Verstauung des Gepäcks (Beladung) beim ISS

 Fixierung der Säcke beim ISS

Größenverhältnis Boot Packsäcke (ISS)

Aufblasen, bereit zum Einsatz (ISS)

 

 

 

 

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